Kupfer-Sammelschienensystem mit parallelen Leitern auf weißen Keramikisolatoren in elektrischem Verteilerschrank

Was ist eine Sammelschiene und wie ist sie aufgebaut?

Sammelschienen sind ein grundlegender Bestandteil der modernen Elektrotechnik und bilden das Rückgrat effizienter Energieverteilungssysteme. Diese kupfer- oder aluminiumbasierten Leiter ermöglichen es, elektrische Energie von einer zentralen Quelle zu mehreren Verbrauchern zu verteilen, ohne aufwendige Einzelverkabelung. In Schaltschränken, Industrieanlagen und Energieverteilungssystemen sorgen sie für eine sichere und platzsparende Stromverteilung.

Insbesondere in der industriellen Automatisierung und bei komplexen Energieversorgungssystemen spielen Sammelschienen eine entscheidende Rolle für die Betriebssicherheit und Effizienz elektrischer Anlagen. Ihre robuste Konstruktion und ihre vielseitigen Einsatzmöglichkeiten machen sie zu einer bevorzugten Lösung in der professionellen Elektroinstallation.

Was ist eine Sammelschiene und wofür wird sie verwendet?

Eine Sammelschiene ist ein starrer elektrischer Leiter aus Kupfer oder Aluminium, der mehrere elektrische Verbraucher oder Stromkreise miteinander verbindet und dabei als zentrale Verteilungskomponente fungiert. Sie dient als Hauptverteilungspunkt für elektrische Energie in Schaltanlagen und Verteilersystemen.

Sammelschienen finden vor allem in Niederspannungs- und Mittelspannungsanlagen Verwendung, wo sie die Stromverteilung von der Haupteinspeisung zu verschiedenen Abgängen übernehmen. In Schaltschränken ermöglichen sie eine übersichtliche und platzsparende Verdrahtung, da anstelle vieler einzelner Kabel eine zentrale Stromschiene alle Verbraucher versorgt. Industrielle Produktionsanlagen nutzen Sammelschienensysteme besonders häufig, um große Strommengen sicher und effizient zu verschiedenen Maschinengruppen zu transportieren.

Die Vorteile gegenüber herkömmlicher Kabelverteilung liegen in der höheren Stromtragfähigkeit, der besseren Wärmeableitung und der vereinfachten Wartung. Zudem bieten Sammelschienen eine hohe mechanische Stabilität und ermöglichen flexible Erweiterungen des Verteilungssystems.

Sammelschienen in der Niederspannungsunterverteilung und Gebäudetechnik

Auch in der Niederspannungsunterverteilung von Wohn- und Gewerbegebäuden sind Sammelschienen weit verbreitet. Hier kommen insbesondere Kammschienen zum Einsatz, die in Sicherungskästen die gleichzeitige Verbindung mehrerer Sicherungsautomaten ermöglichen – ohne aufwendige Einzelverdrahtung. Gabelschienen sowie der Anschluss von Fehlerstrom-Schutzschaltern (FI-Schaltern) sind weitere typische Anwendungen in diesem Bereich.

Darüber hinaus gewinnen Sammelschienen in modernen Einsatzbereichen wie Rechenzentren und Gebäudeautomation zunehmend an Bedeutung. Die wachsenden Anforderungen an eine zuverlässige und skalierbare Stromversorgung in IT-Infrastrukturen und intelligenten Gebäuden machen kompakte, leistungsfähige Verteilungslösungen unverzichtbar.

Aus welchen Materialien bestehen Sammelschienen?

Sammelschienen bestehen hauptsächlich aus Kupfer oder Aluminium, wobei Kupferschienen aufgrund ihrer überlegenen elektrischen Leitfähigkeit und Korrosionsbeständigkeit am häufigsten eingesetzt werden. Aluminiumschienen bieten hingegen Gewichts- und Kostenvorteile bei größeren Installationen.

Kupferschienen weisen eine elektrische Leitfähigkeit von etwa 58 m/(Ω·mm²) auf und sind besonders für Anwendungen mit hohen Stromstärken geeignet. Sie zeigen eine ausgezeichnete Beständigkeit gegen Korrosion und bieten auch unter anspruchsvollen Umgebungsbedingungen eine lange Lebensdauer. Die mechanischen Eigenschaften von Kupfer ermöglichen eine präzise Bearbeitung und sichere Verbindungstechniken.

Aluminiumschienen besitzen mit etwa 36 m/(Ω·mm²) eine geringere Leitfähigkeit als Kupfer, wiegen jedoch bei gleichem Volumen nur etwa ein Drittel. Das macht sie besonders attraktiv für große Verteilungsanlagen, bei denen eine Gewichtsreduktion einen entscheidenden Vorteil darstellt. Bei der Verwendung von Aluminiumschienen sind jedoch spezielle Verbindungstechniken erforderlich, um Kontaktkorrosion zu vermeiden.

Wie sind Sammelschienen konstruiert und aufgebaut?

Sammelschienen sind als flache, rechteckige Metallprofile konstruiert, deren Querschnitt entsprechend der zu übertragenden Stromstärke dimensioniert wird. Sie bestehen aus einem massiven Leitermaterial mit definierten Abmessungen für optimale elektrische und thermische Eigenschaften.

Der grundlegende Aufbau umfasst den Hauptleiter als tragendes Element, Isolationsmaterialien zur elektrischen Trennung sowie Befestigungselemente für die mechanische Montage. Die Oberfläche der Stromschiene kann blank, verzinnt oder mit speziellen Beschichtungen versehen sein, um Korrosionsschutz und bessere Kontakteigenschaften zu gewährleisten.

Moderne Sammelschienensysteme verfügen über standardisierte Anschlusspunkte, die werkzeuglose oder vereinfachte Verbindungen ermöglichen. Isolatoren aus hochwertigen Kunststoffen oder Keramik sorgen für die erforderlichen Isolationsabstände und die mechanische Stabilität. Bei mehrphasigen Systemen werden die einzelnen Phasen durch definierte Abstände und Isolationsbarrieren voneinander getrennt.

Die Konstruktion berücksichtigt auch die thermische Ausdehnung durch entsprechende Dehnungsfugen und Kompensationselemente, um mechanische Spannungen bei Temperaturschwankungen zu vermeiden.

Welche Arten von Sammelschienen gibt es?

Es gibt verschiedene Arten von Sammelschienen, die sich hauptsächlich in Bauform, Spannungsebene und Anwendung unterscheiden: Flachschienen, Rundschienen, isolierte Sammelschienensysteme und Stromschienensysteme für spezielle Anwendungen.

Flachschienen stellen die häufigste Bauform dar und werden als rechteckige Profile in verschiedenen Abmessungen gefertigt. Sie bieten eine große Oberfläche für eine optimale Wärmeableitung und ermöglichen einfache Anschlusstechniken. Diese Art eignet sich besonders für Schaltschrankinstallationen und Verteilungsanlagen im Niederspannungsbereich.

Rundschienen kommen hauptsächlich in Mittelspannungsanlagen zum Einsatz, wo ihre gleichmäßige Feldverteilung bei höheren Spannungen Vorteile bietet. Isolierte Sammelschienensysteme verfügen über eine vollständige Kapselung der Leiter und bieten erhöhten Berührungsschutz sowie Schutz vor Umwelteinflüssen.

Spezielle Stromschienensysteme umfassen flexible Verbindungselemente, Einschubsysteme für einfache Erweiterungen und Hochstrom-Sammelschienen für industrielle Großanlagen. Je nach Anwendung werden auch hybride Systeme eingesetzt, die verschiedene Schienentypen in einem System kombinieren.

Wie werden Sammelschienen richtig installiert und angeschlossen?

Die Installation von Sammelschienen erfordert eine sorgfältige Planung der Stromwege, eine präzise Montage der Befestigungselemente und fachgerechte elektrische Verbindungen unter Beachtung aller einschlägigen Sicherheitsvorschriften und Normen, insbesondere DIN 43671 (Strombelastbarkeit), DIN EN 61439 (Schaltgerätekombinationen) und den geltenden VDE-Bestimmungen.

Zunächst erfolgt die mechanische Befestigung der Sammelschienen an den vorgesehenen Montagepunkten mit geeigneten Isolatoren und Halterungen. Dabei müssen die erforderlichen Isolationsabstände zu geerdeten Teilen und zwischen den Phasen eingehalten werden. Die Ausrichtung der Schienen muss präzise erfolgen, um mechanische Spannungen zu vermeiden.

Bei der elektrischen Verbindung werden spezielle Verbindungselemente wie Schraubverbindungen, Schweißverbindungen oder Klemmverbindungen verwendet. Alle Kontaktstellen müssen sauber und oxidfrei sein, um niedrige Übergangswiderstände zu gewährleisten. Die Anzugsdrehmomente der Schraubverbindungen sind entsprechend den Herstellervorgaben einzuhalten. Dabei kommen moderne Steuerungs- und Automatisierungstechnik zum Einsatz.

Wir bei KSV übernehmen als erfahrener Partner die fachgerechte Planung und Installation kompletter Energieverteilungssysteme einschließlich Sammelschienensystemen. Dabei berücksichtigen wir alle relevanten Normen – darunter DIN 43671, DIN EN 61439 und die einschlägigen VDE-Vorschriften – und entwickeln maßgeschneiderte Lösungen für industrielle Anforderungen. Nach der Installation führen wir umfassende Prüfungen mit modernster Mess- und Prüftechnik durch, um die ordnungsgemäße Funktion und Sicherheit des gesamten Systems zu gewährleisten. Zusätzlich bieten wir umfassende Lohndienstleistungen für Wartung und Service an.

Häufig gestellte Fragen zu Sammelschienen (FAQ)

Welche Norm gilt für die Strombelastbarkeit von Sammelschienen?

Die maßgebliche Norm für die Strombelastbarkeit von Sammelschienen ist DIN 43671. Sie definiert die zulässigen Strombelastungswerte in Abhängigkeit von Querschnitt, Material, Umgebungstemperatur und Betriebsfrequenz. Ergänzend regelt DIN EN 61439 die Anforderungen an Niederspannungs-Schaltgerätekombinationen, in denen Sammelschienen verbaut werden. Für die Installation gelten zudem die einschlägigen VDE-Bestimmungen.

Kupfer oder Aluminium – welche Sammelschiene ist die richtige Wahl?

Die Entscheidung hängt von den spezifischen Anforderungen der Anlage ab. Kupfer bietet mit rund 58 m/(Ω·mm²) eine deutlich höhere Leitfähigkeit und ist korrosionsbeständiger, jedoch schwerer und teurer. Aluminium ist mit etwa einem Drittel des Gewichts von Kupfer erheblich leichter und kostengünstiger, erfordert aber spezielle Verbindungstechniken, um Kontaktkorrosion zu vermeiden. Für Hochstromanwendungen und beengte Einbausituationen ist Kupfer meist die bevorzugte Wahl, während Aluminium bei großen Verteilungsanlagen mit Gewichts- oder Kostenbeschränkungen punktet.

Wie wird die Querschnittsgröße einer Sammelschiene berechnet?

Die Querschnittsdimensionierung richtet sich nach der zu übertragenden Stromstärke, dem verwendeten Material und den zulässigen Erwärmungsgrenzen gemäß DIN 43671. Ausgangspunkt ist der maximale Betriebsstrom, aus dem unter Berücksichtigung von Umgebungstemperatur, Verlegungsart und thermischer Belastung der erforderliche Mindestquerschnitt ermittelt wird. In der Praxis empfiehlt sich die Auslegung durch eine qualifizierte Elektrofachkraft, da auch Kurzschlussfestigkeit und mechanische Anforderungen in die Berechnung einfließen.

Was ist der Unterschied zwischen einer Einfach- und einer Doppelsammelschiene?

Eine Einfachsammelschiene verfügt über einen einzelnen Sammelschienenstrang, über den alle Abgänge gespeist werden. Eine Doppelsammelschiene besitzt zwei parallel geführte Schienensysteme, zwischen denen Abgänge umgeschaltet werden können. Das erhöht die Versorgungssicherheit erheblich, da Wartungsarbeiten an einem Schienensystem durchgeführt werden können, ohne die Versorgung zu unterbrechen. Doppelsammelschienen werden daher bevorzugt in Anlagen mit hohen Verfügbarkeitsanforderungen eingesetzt.

Können Sammelschienen nachträglich erweitert werden?

Ja, viele moderne Sammelschienensysteme sind modular aufgebaut und lassen sich nachträglich erweitern. Einschubsysteme und standardisierte Anschlusspunkte ermöglichen das Hinzufügen weiterer Abgänge oder die Verlängerung bestehender Schienenstränge ohne vollständige Neuinstallation. Voraussetzung ist, dass der ursprüngliche Querschnitt für die erhöhte Last ausreicht und die Erweiterung durch eine Elektrofachkraft fachgerecht geplant und ausgeführt wird.

Welche Sicherheitsvorschriften gelten bei der Installation von Sammelschienen?

Bei der Installation von Sammelschienen sind die VDE-Normen, insbesondere die Anforderungen der DIN EN 61439 für Schaltgerätekombinationen sowie DIN 43671 für die Strombelastbarkeit, verbindlich einzuhalten. Arbeiten an Sammelschienensystemen dürfen ausschließlich von zugelassenen Elektrofachkräften durchgeführt werden. Dabei sind die vorgeschriebenen Isolationsabstände, Anzugsdrehmomente und Schutzmaßnahmen gegen Lichtbogen und Kurzschluss konsequent zu beachten, um Personen- und Anlagenschutz sicherzustellen.

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