| Zweierlei Maß: Visuelle
Wahrnehmung und Kameraaufzeichnung!
Wir müssen es immer wieder betonen:
Wir sehen nicht, was wir sehen wir sehen, was wir wissen! Das heißt,
das Auge ist nicht der Abschluss des Sehprozesses. Wir extrahieren Zeichen und
formen daraus einen Sinnzusammenhang. Der Mensch kann aus unvollständigen
und widersprüchlichen Daten konsistente Schlussfolgerungen ziehen.
Der Kamera wird von der Technik die objektive Darstellung vorgegeben und von
dieser Zuordnung kann sie sich nur schwer befreien. Seit der Erfindung der Kurzzeitverschlüsse
wird eine konstante Lichtsituation aufgezeichnet. Der Standort des Linsensystems
ist im Moment der Aufnahme feststehend und die Kamera registriert die optischen
Daten, auf die sie gerichtet ist. Mit der Aufnahme wird eine optische Anordnung
fixiert, die sich in einem zweidimensionalen Bild niederschlägt. Bei der
Bildaufzeichnung findet im optischen System in der Regel keine Kontrastverstärkung
oder Konturierung statt. Ob die vorhandene Lichtmenge überhaupt für
eine Aufnahme ausreicht, hängt auch von der Wahl der CCD-Chips ab. Sie hat
ebenfalls entscheidenden Einfluss auf Auflösungsvermögen und Kontrastumfang.
Bei Farbaufnahmen muss zusätzlich unterschieden werden, ob es sich um Tages-
oder Kunstlicht handelt, da diese grundsätzlich andere Farbtemperaturen haben.
Der (automatische) Weißabgleich garantiert trotz Farbtemperaturwechsel eine
neutrale Farbumsetzung.
Mehr Format bietet, rein technisch gesehen, mehr Bildinformation bezüglich
der Feinstruktur. Grundsätzlich bekommt die Digitalaufnahme Probleme, wenn
zu hart oder zu stark beleuchtet wird oder zu starke Lichtreflexe in der Aufnahme
vorkommen. Dies kann die CCD-Elemente beeinträchtigen, da dann die einzelnen
Elemente auf die benachbarten abstrahlen und deren Ladung steigern. Die Überfüllung
sorgt für Lichtflecken ohne Zeichnung. (sogenannter Blooming-Effekt)
Abhilfe schafft in jedem Fall eine entsprechende Beleuchtung, teilweise diffus
gestreut; auch die Ausleuchtung mit mehreren Lichtquellen hilft.
Daraus lässt sich ableiten, das die meisten technischen Problemstellungen
nicht nur von der eingesetzten technischen Ausrüstung abhängig sind,
sondern der Beleuchtungstechnik und der Lichtführung vor Ort problemlösende
Bedeutung zu kommt.
»jk«
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